2016 BMW G 310 R – die Bayerin aus Indien für die Einsteigerklasse

Gemunkelt wurde ja schon lange, dass BMW in die Hubraumklasse unter 500 ccm einsteigen könnte. Spätestens dann als bekannt wurde, dass BMW  mit dem indischen Motorradhersteller TVS Motor Company eine Kooperation eingegangen ist, wurde auch vermutet, dass die neue kleine BMW wohl „Made in India“ sein wird. Die Vermutungen haben sich bewahrheitet. BMW hat gestern den neuen Roadster G 310 R vorgestellt, der in Bangalore, Indien von der TVS Motor Company hergestellt werden wird. TVS ist der drittgrösste Motorradhersteller Indiens und stellt rund 2,5 Millionen Motorräder pro Jahr her. TVS lege grossen Wert auf die Einhaltung definierter Sozial- und Umweltstandards, die weit über die üblichen indischen Verhältnisse hinausgehen, schreibt BMW. Die Produktion der G 310 R wird in einem separaten Fertigungsbereich der TVS Fabrik stattfinden. Selbstverständlich wird nach den Qualitätsstandards von BMW gearbeitet. Die Fertigung der Motorenbauteile wird auf neuen deutschen Werkzeugmaschinen erfolgen. Die komplette Fertigung wurde nach dem Vorbild des BMW Motorrad Werkes in Berlin-Spandau aufgebaut.

Angetrieben wird die G 310 R von einem neuentwickelten flüssigkeitsgekühlten Einzylinder Motor mit 313 ccm, der 34 PS bei 9’500 U/min leistet. Das DIN Leergewicht der ganzen Maschine beträgt 158,5 kg. Der Benzinverbrauch soll bei 3.33 Liter/100km liegen. Das ist kein sensationeller Wert auch wenn BMW das so betont. Meine BMW G 650 XCountry von 2007 konnte ich problemlos ebenfalls mit einem so geringen Verbrauch fahren. Und zwar ohne zu schleichen.

Die G 310 R soll den BMW typischen „Premium-Anspruch in das Segment unter 500 ccm transportieren (O-Ton BMW). Konzipiert ist die kleine BMW für den Weltmarkt und verträgt deshalb unterschiedlichste Kraftstoffqualitäten. Ich vermute dass die kleine BMW in erster Linie für Zielmärkte ausserhalb von Mitteleuropa gebaut wird. Aber auch hier in Mitteleuropa gibt es sicher gute Marktchancen im Einsteigersegment. KTM und Kawasaki haben im gleichen Segment mit der 390 Duke bzw. der Z300 bereits zwei heisse Eisen im Feuer.

Die Bauweise mit Gitterrohrrahmen, angeschraubtem Heckrahmen, Upside-down-Gabel und Aluschwinge ist für diese Klasse sehr ordentlich.  ABS ist selbstverständlich serienmässig dabei. Vorne ist eine Bremsscheibe mit 300 mm Durchmesser montiert. Verzögert wird mit einem Vierkolben Festsattel. Hinten reicht eine 240 mm Bremsscheibe und ein Zweikolben Schwimmsattel. Das Cockpit besitzt ein grosses LCD Display. Einsteigern kommt die geringe Sitzhöhe von nur 785 mm entgegen.

Lanciert wird die G 310 R voraussichtlich erst Mitte 2016. Der Preis ist noch nicht festgelegt. Die vergleichbare (und sehr erfolgreiche) KTM 390 Duke (44 PS), die ebenfalls in Indien hergestellt wird, kostete 2015 in der Schweiz CHF 5’790.–. Die Kawasaki Z300 (39 PS) kostete dieses Jahr in der Schweiz CHF 5’900.–.
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Bilder: BMW Motorrad

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