Individuell angepasster Gehörschutz für Motorradfahrer – bester Tragekomfort

Viele Motorradfahrer sind sich nicht bewusst, dass der Geräuschpegel im Helm Werte erreicht, die auf Dauer für das Gehör schädlich sein können. Hörverlust oder auch Tinnitus sind die Folge. Ich selber bin auch so ein Exemplar. Ich bin mehr als zehn Jahre ohne Gehörschutz, auch sehr lange Strecken, gefahren. Folge davon war, sicher zusammen mit anderen Faktoren, ein Tinnitus. Den bringt man nicht mehr weg, wenn er mal da ist. Man muss dann einfach damit leben.

Was kann man dagegen tun damit es gar nicht erst soweit kommt? Leider ist auch der leiseste Helm noch zu laut. Für den richtigen Schutz kommt man nicht um einen Gehörschutz herum. Klar ist ein Gehörschutz nicht so interessant wie das coole Motorrad, der neueste Helm oder auch die schönste und beste Schutzkleidung, aber es lohnt sich auf jeden Fall, sich darüber Gedanken zu machen, wenn man sein Gehör auf Dauer nicht schädigen will. Einen Gehörschutz hat vermutlich jeder schon mal benutzt. Vielleicht beim Schiessen oder auch bei der Arbeit. Dort wird oft ein Schalengehörschutz verwendet, den man unter dem Helm eh nicht benutzen kann und der alles dämpft. Einwegpfropfen (die meist gelben Dinger) funktionieren zwar unter dem Helm, aber da keine Filterung stattfindet, wird ebenfalls alles gedämpft. Auch Gespräche, Signale von Rettungsfahrzeugen und vor allem der Motor und Auspuffsound. Das ist nicht angenehm und kann sogar gefährlich werden. Viele Motorradfahrer kennen nur diese Gehörschütze und meinen deshalb, dass es nichts Besseres gibt und wollen natürlich keinen Gehörschutz, der auch den Motorsound dämpft („ich will doch den Motor hören“). Das ist verständlich.

Heutzutage gibt es jedoch bessere Lösungen. Einerseits gibt es Standard-Gehörschutzpfropfen für Motorradfahrer (z.B. von Alpine), welche die Windgeräusche stärker dämpfen, aber Gespräche und den Motorsound trotzdem durchlassen. Funktioniert gut, aber auf Dauer ist der Tragekomfort nicht optimal. Und da rede ich aus eigener Erfahrung. Die Dinger drücken einfach nach mehrstündiger Fahrt (zumindest bei mir war das so). Die optimale Lösung ist ein vom Hörgeräteakustiker individuell angepasster Gehörschutz mit speziellen Filtern, die nur die störenden bzw. schädlichen Frequenzen, z.B. die der Windgeräusche dämpfen. Der Hörgeräteakustiker nimmt dazu einen Abdruck beider Ohren. Ein darauf spezialisiertes Labor giesst dann daraus Otoplastiken und baut dort den passenden Filter ein. Für Motorradfahrer, die regelmässig Touren fahren lohnt sich das auf jeden Fall. Kostet dann pro Paar ca. 220 bis 280 Fr. Meinen individuell angepassten Gehörschutz benutze ich nun schon seit mehreren Jahren und der Tragekomfort ist wirklich ausgezeichnet. Da drückt gar nichts. Die Dämpfung ist ebenfalls sehr angenehm. Ihr könnt einen angepassten Gehörschutz z.B. bei der auf Gehörschutz spezialisierten Firma Hörzentrum Schweiz machen lassen. Bild: Bachmaier

1 Gedanke zu “Individuell angepasster Gehörschutz für Motorradfahrer – bester Tragekomfort

  1. Früher bin ich mit handelsüblichen Gehörschutzstöpseln gefahren. Bei mir war das Problem, dass diese immer verrutscht sind und ich dann von der Umwelt praktisch nichts mehr wahrgenommen habe. Sicherheitstechnisch nicht optimal. Relativ schnell habe ich dann einen individuell angepassten Gehörschutz machen lassen. Das ist kein Vergleich. Da rutscht nichts, da drückt auch nach langen Fahrten nichts und es wird tatsächlich nur das herausgefiltert, was herausgefiltert werden soll – nämlich die Windgeräusche. Umgebungsgeräusche nimmt man gut wahr, den Motorensound hört man auch und das Kommunizieren miteinander bei Zwischenstopps ist gut möglich. Egal, ob Kurz- oder Langstrecken, die Stöpsel trage ich immer. Das ist bei mir schon ein automatischer Handgriff, bevor ich den Helm aufsetze. Einen individuell angepassten Gehörschutz kann ich nur empfehlen. Diese Investition lohnt sich.

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