2015 Kawasaki Ninja H2R – unglaubliche 326 PS für die Rennstrecke!

Auf der Intermot vor einem Monat wollte Kawasaki mit den Details noch nicht so recht rausrücken (Töffblog hat berichtet). Das haben sie erst auf der EICMA getan. Nun ist es also offiziell. Der aufgeladene Einlitervierzylinder der Ninja H2R leistet unfassbare 326 PS mit Ram Air Effekt. Der Kompressor wurde komplett im eigenen Haus entwickelt. Kawasaki ist somit unabhängig von Zulieferern. Ausserdem ist der Lader so auch perfekt auf den Motor der H2R abgestimmt. Platziert ist der Kompressor zentral hinter der Zylinderreihe und verteilt die komprimierte Ansaugluft auf alle vier Zylinder gleichmässig. Angetrieben wird er durch die Kurbelwelle über ein Planetengetriebe, das die Drehzahl um den Faktor 9,2 gegenüber der Kurbelwelle erhöht. Bei 14’000 U/min des Motors dreht der Lader also mit fast 130’000 U/min.

Natürlich handelt es sich nicht um einen normalen Einlitermotor, sondern er wurde speziell für den Einsatz mit einem Kompressor angepasst und auf die viel höhere Leistung optimiert. Kawasaki betont auch das hochwertige Fahrwerk und natürlich die Bremsanlage von Brembo, welche der brachialen Leistung angepasst ist. Das Gewicht beträgt 216 kg und die maximale Leistung 310 PS bei 14’000 U/min ohne Ram-Air-System und 326 PS mit Ram-Air-System.  Das Drehmoment liegt bei 165 Nm bei 12’500 U/min. Einen Soziusplatz gibt es nicht. Macht für ein Motorrad ohne  Strassenzulassung auch Sinn.  Alle 15 Betriebsstunden mit über 8’000 U/min muss der der Motor gewartet werden. Nach 30 Stunden ist eine Überholung des Motorblocks vorgeschrieben (!).  Ein Leisetreter ist die H2R auch nicht. Kawasaki gibt 120 db (A) an. Gemessen wurde das bei 5’500 U/min und 50 cm Abstand des Mikrofons vom Endschalldämpfer. Unter Umständen ist das für manche Rennstrecken bereits zu laut. Bei Regen soll die H2R übrigens nicht gefahren werden. Das ist kein Witz sondern steht so in den Presseunterlagen. Wegen der eingeschränkten Einsatzmöglichkeiten und dem hohen Preis, der bei ungefähr 50’000 Euro liegen soll, wird sich wohl nur ein begrenzter Käuferkreis ernsthaft dafür interessieren. Das ist von Kawasaki sicher auch so gewollt. Aber einfach zum Spass wird Kawasaki den Kompressor nicht entwickelt haben. Es ist sicher denkbar, dass dieser oder ähnliche Lader in Zukunft in kleineren Motorrädern eingesetzt werden. > Diskussion bei Töff-Talk.ch


Bilder: Kawasaki

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