Dainese D-air® Street Live Demonstration bei Moto Mader

Airbagsysteme gibt es im Autobereich bekanntlich seit über dreissig Jahren. Inzwischen gehören sie zur Serienausstattung bei jedem Neuwagen. Im Motorradbereich konnten sich Airbags bis jetzt noch nicht auf breiter Front durchsetzen. Es gibt zwar seit einigen Jahren Airbags, die in der Kleidung eingebaut sind und die durch eine mechanische Verbindung zum Motorrad ausgelöst werden. Aber wirklich verbreitet sind diese Systeme bis jetzt noch nicht. Bei der Honda Goldwing gibt es einen Airbag der im Motorrad eingebaut ist. Aber auch dieses System konnte sich nicht durchsetzen. Das Dainese D-air® Street System unterscheidet sich von anderen Systemen deutlich. Dieses Airbagsystem für Motorradfahrer funktioniert nämlich ohne physische Verbindung zum Motorrad!

Um die Vorteile des D-air® Street  Systems möglichst vielen Motorradfahrern näherzubringen, luden Dainese und Moto Mader am 1. Februar 2014, zu einer in der Schweiz exklusiven Live Demonstration dieses revolutionären Airbagsystems nach Oberentfelden ein. Umrahmt wurde die Demonstration durch ein kurzweiliges Podiumsgespräch mit Sandro Cortese (Moto2 Fahrer aus Deutschland) und Josef Morat (Export Area Manager DACH Region bei Dainese). Geleitet wurde das Gespräch von Sepp Betschart. Begrüsst wurde die ansehnliche Besucherschar von Nico Pouchon, dem Inhaber und Geschäftsführer von Moto Mader.

Josef Morat erklärte die Funktionsweise des D-air® Street Systems auf anschauliche Weise. Der Hauptvorteil gegenüber Systemen mit mechanischer Verbindung zum Motorrad liegt in der viel kürzeren Reaktionszeit. D-air® Street bietet bereits nach 45 Millisekunden die volle Schutzwirkung und schützt somit schon beim ersten Aufprall auf ein Hindernis. Im Zentralrechner des D-air® Street System sind Algorithmen hinterlegt, die Unfallsituationen erkennen, welche das auslösen des Airbags erfordern. Die Informationen erhält das System von zwei dreiachsigen Beschleunigungssensoren an der Gabel (an der Fronteinarmschwinge einer Vespa kann das System nach dem heutigen Stand also nicht montiert werden wie Josef Morat anmerkte) und einem Rutschsensor unter der Sitzbank. Die Zentraleinheit kann am Lenker montiert werden und ist in etwa so gross wie ein Navi oder ein grosses Smartphone. Dainese hat 10 Jahre an diesem System geforscht. Die nötigen Algorithmen wurden in über 5000 Teststunden ermittelt. Dazu kamen 34 Crashtests und über 500’000 km Testfahrten auf der Strasse. Das System schützt die lebenswichtigen Organe durch Airbags an Brust, Rücken und Schlüsselbein. Es mindert auch das Risiko eines überstreckten Halses. Das ganze System wurde durch den TÜV Süd geprüft und abgenommen.

Anschliessend wurde ein freiwilliges Opfer für die Live Demonstration gesucht. Ein richtiger Unfall konnte natürlich nicht simuliert werden. Der Protagonist wurde auf eine BMW R 1200 GS gesetzt, die mit dem D-air® Street ausgerüstet war. Vittorio Caffaggi (Strategic Development Manager, Dainese) löste das System danach von Hand aus. Mit dem typischen Knall wurden die Luftsäcke aufgeblasen.

Selbstverständlich funktioniert dieses System für Fahrer und Beifahrer auf dem Motorrad. Die Elektronik am Motorrad (J-Kit) sucht beim Start des Motors nach den Gegenstücken in der Jacke (M-Kit) bei Fahrer und allfälligem Beifahrer. Die Erkennung funktioniert durch Sim Karten wie man sie aus dem Handy kennt. Das Display zeigt an wenn die Verbindung erfolgreich hergestellt wurde. Die Stromversorgung in der Jacke erfolgt übrigens durch einen Akku, der auf der Strasse für 30 Betriebsstunden reicht. Sollte der Akku zur Neige gehen, wird das durch einen Vibrationsalarm im Nierengurt und auf dem Display angezeigt. Auch andere Fehlfunktionen werden so angezeigt.

Was muss man machen wenn der Airbag mal ausgelöst hat? Das ganze System muss dann zur Überprüfung und Reparatur zu Dainese geschickt werden. Man kann dafür beim Kauf eine Versicherung abschliessen welche diese Kosten deckt. Falls nötig wird dann auch die Jacke ersetzt.
Erhältlich ist D-air® Street als Weste die über die normale Schutzkleidung angezogen wird und als Textiljacke mit Gore-Tex® Membran.

Fazit: Wer auf dem Motorrad maximalen Schutz haben will, kommt um das D-air® Street Airbagsystem von Dainese kaum herum. Man merkt dieser wegweisenden Entwicklung sicher auch an, dass Dainese seit über 40 Jahren Schutzkleidung und Protektoren entwickelt und in diesem Bereich absolut führend ist. Andere Hersteller hinken da Jahre hinterher. Günstig ist eine D-air® Street Jacke natürlich nicht. Mit guten 2000 Fr. muss man rechnen.

> Diskussion bei Töff-Talk.ch


Bilder: Dainese und Töffblog.ch


Video: Youtube/Dainese

Schreibe einen Kommentar