Persönlicher Erfahrungsbericht – Pirelli Angel GT auf BMW R 1200 R

Nach 7 Wochen Pirelli Angel GT ist es nun Zeit Bilanz zu ziehen. Beide Reifen sind an der Verschleissgrenze angelangt und wurden bereits ersetzt. Selbstverständlich sind das nur meine persönlichen Erfahrungen. Der Reifen kann und wird sich auf einem anderen Motorrad, mit anderem Fahrer, anderer Fahrweise und anderem Einsatzort ganz anders verhalten. Pirelli verspricht beim GT ja gegenüber dem ST verbesserte Nasshaftung und eine deutlich höhere Laufleistung. Ob das stimmt? Eingesetzt wurde der Angel GT von mir ausschliesslich auf kurvenreichen Strecken auf Schweizer Alpenpässen, im Luzerner Hinterland, im Emmental und im Schwarzwald. Der Autobahnanteil war minimal. Auch langweilige Hauptstrassen wurden kaum befahren. Meine ersten Erfahrungen gabs ja bereits hier zu lesen. Heute kam nun auch der Angel GT auf dem Hinterrad runter. Da war übrigens einer mit Sonderkennung A montiert.

Zuerst die positiven Seiten und das sind sehr viele. Schon mit dem Vorgänger Angel ST war ich sehr zufrieden. Das Fahrverhalten hat mir in jeder Beziehung sehr gepasst. Beim Angel GT konnte Pirelli die ausgezeichneten Fahreigenschaften beibehalten und dazu noch die Nasshaftung massiv verbessern. Nachzulesen in MOTORRAD 12/2013 bzw. PS. Die Nasshaftung konnte ich nicht wirklich ausgiebig selber testen. Aber jedenfalls verhielt sich der Reifen auch beim überfahren von Schmelzwasserbächen auf Alpenpässen in Schräglage so wie er soll. Nämlich unauffällig. Kein rutschen. Und sonst ist der Angel GT ein sehr neutraler, handlicher und zielgenauer Reifen mit perfektem Fahrverhalten auf trockener Strasse. Die Aufstellneigung beim bremsen in Kurven (was man ja eher nicht machen sollte) war minimal. Grip war in jeder Situation ausreichend vorhanden. Der Reifen vermittelte grosses Vertrauen. Und wichtig: Diese positiven Eigenschaften behielt er bis zum Erreichen der Verschleissgrenze bei. Da gabs also gar nichts zu meckern. Der Angel GT war vom Fahrverhalten her der beste Tourenreifen den ich je gefahren bin.

Der einzige Punkt wo ich nicht zufrieden war ist die Laufleistung am Vorderrad. Von wegen deutlich längere Laufleistung als beim ST. Das mag vielleicht beim Einsatz auf Autobahnen oder sonstigen Strassen die nur geradeaus führen der Fall sein. Ich habe mich gewundert, dass bereits nach 1900 km auf dem Vorderreifen seitlich nur noch 2,2 mm Profil vorhanden war. Also noch 0,6 mm bis zur Minimalgrenze von 1,6 mm. Leider haben sich dann die Vorahnungen bestätigt. Nach einer Laufleistung von 3084 km musste der Angel GT vorne mit 1,5 mm Restprofil seitlich gewechselt werden. Hinten lieferte der Angel GT hingegen eine solide Leistung mit 4753 km ab. Restprofil 1,8 mm seitlich. Hätte noch für etwa 200 km gehalten. Im Vergleich zu meinen anderen Reifen ist das ok.

Mir ist schon klar dass mein Motorrad, der Einsatzweck und auch die Fahrweise nicht sonderlich reifenschonend sind. Aber da auch der Vorgänger Angel ST deutlich über 4000 km hielt auf dem Vorderrad, schaue ich die Laufleistung des GT vorne trotzdem als miserabel an. Sogar der Sportreifen BT016pro hielt 200 km länger. Ich vermute dass die Tourenreifen halt einfach wirklich für Urlaubsfahrten mit langer Anreise auf der Autobahn gemacht sind. Da wird dann ganz sicher eine höhere Laufleistung erreicht. Bei mir werden die Tourenreifen am Vorderrad halt immer dreieckig. In der Mitte ist jeweils immer noch sehr viel Profil vorhanden und seitlich werden die Reifen platt. Sportreifen werden gleichmässiger abgefahren. Deshalb habe ich nun den neuen Sportreifen Michelin Pilot Power 3 aufziehen lassen, von dem ich schon sehr viel Gutes gelesen habe. Ein persönlicher Erfahrungsbericht folgt. Leider gibts vom Vorderreifen keine Bilder welche meinen Qualitätsansprüchen genügen. Aber hier einige Bilder vom Hinterreifen vor derDemontage. Das Laufbild ist gut. Es gab nur minimale Sägezahnbildung.
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Fotos: Töffblog.ch

5 Gedanken zu “Persönlicher Erfahrungsbericht – Pirelli Angel GT auf BMW R 1200 R

  1. hallo an den fahrer.. pilot power 3 wird nicht im ansatz die laufleistung der gt erreichen.dazu neigt er bei landstrassenhetze zum seitl schmieren..hatte bisher nur den pp2 und pp3 gefahren. laufleistung nie mehr als hinten 2800 und vorne 3600 .beste grüsse vom umsteiger auf gt.

    • Vorne hielt der PP3 4220 km was wesentlich mehr ist als beim Angel GT. Dafür hinten nur 2551 km. Der Beitrag ist übrigens fast drei Jahre alt. Der beste Reifen war bis jetzt der Bridgestone T30. Aktuell ist der Pilot Road 4 montiert.

    • Ja das kommt halt schwer drauf an wo und wie man unterwegs ist. Im norddeutschen Flachland ist die Kilometerleistung ungleich höher wie in den Alpen. Wenn jemand in den Alpen oder auch im Schwarzwald nach 5000 km noch genügend Profil hat, ist er vermutlich im Schritttempo unterwegs.

  2. 10.000 km mit dem GT auf Z1000…keine Autobahn.
    Vorder und Hinterreifen hatten am ende noch 1,6 mm ….
    Bei zügiger Fahrweise.
    Toller Reifen mit gutem Grip!

    Gruß

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