Was bringt Funktionsunterwäsche beim Motorradfahren?

Früher stellte sich die Frage „Funktionsunterwäsche beim Motorradfahren ja oder nein“ nicht, weil es schlicht und einfach keine gab. Aus der Schweizer Armee kennen sicher viele noch das sogenannte „Gnägi Liibli“ (Trikothemd 75). Ein Langarmtrikot mit Rollkragen aus Baumwolle. Sehr beliebt weil angenehm zu tragen aber leider sog die Baumwolle den Schweiss nur auf und leitete ihn nicht von der Haut weg. Funktionskleidung war das also noch nicht. Die erste Funktionsunterwäsche war dann meist nur als „Thermounterwäsche“ bekannt und wurde meist im Winter zum Skifahren getragen.

Heute ist Funktionsunterwäsche in vielen verschiedenen Ausführungen und für alle Temperaturbereiche erhältlich. Was nützt mir das nun beim Motorradfahren? Baumwolle ist bekanntlich angenehm zu tragen aber hat auch die unangenehme Eigenschaft Feuchtigkeit zu speichern und nicht nach aussen zu leiten. Resultat: Man fühlt sich ziemlich „nass“.

Moderne Funktionsunterwäsche aus Kunstfasern (es gibt allerdings auch welche aus Merinowolle) funktioniert da anders. Der Schweiss wird von der Haut wegtransportiert und man hat immer ein trockenes Gefühl. Klar schwitzt man deswegen nicht weniger aber man hat nicht mehr das Gefühl in einer Wasserlache zu sitzen. Für den Sommer gibt es Funktionswäsche die nicht wärmt sondern halt nur den Schweiss wegtransportiert. Zum Motorradfahren sind natürlich in erster Linie die Modelle mit langen Ärmeln und Beinen geeignet um unter der Schutzkleidung getragen zu werden. Natürlich hat dann über der Funktionswäsche ein Baumwoll T-Shirt oder ähnliches nichts mehr zu suchen. Wenn man über der Funktionswäsche noch etwas anderes tragen will, muss das ebenfalls Funktionskleidung sein sonst bringt das ganze nichts. Man kann da gut Hemden und Trikots aus der Sportabteilung (Outdoor-, Velo-, Laufbereich usw.) tragen.

Funktionsunterwäsche unter einem enganliegenden Lederkombi hat noch eine andere Funktion. Das Kombi kann dann besser wieder ausgezogen werden wenn man geschwitzt hat. Ohne Funktionswäsche klebt das, meist nicht entfernbare, Innenfutter direkt auf der Haut. Das ist weder angenehm noch hygienisch, weil das Futter ja nicht einfach so gewaschen werden kann. Bei Textilkleidern ist das weniger kritisch da diese nicht so eng anliegt und auch gut gewaschen werden kann. Wer mal auf Funktionsunterwäsche umgestellt hat möchte nichts anderes mehr. Da bin ich sicher. Bestellen kann man solche Wäsche z.B. bei Zalando Schweiz.
Bild: Töffblog.ch

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