EICMA 2012: Caponord 1200 – die neue grosse Reiseenduro von Aprilia

Endlich ist Aprilia auch im Reiseendurosegment wieder bei den Leuten. Die neue Caponord 1200 schliesst 2013 die Lücke im Modellprogramm, die seit auslaufen der alten Caponord ETV 1000 bestand. Allerdings ist die neue Capo mit ihren 17 Zoll Felgen und Strassenbereifung nicht für den Offroadbetrieb gedacht. Es handelt sich also eher um einen Adventure Tourer als eine Enduro. So ist sie ja in guter Gesellschaft mit der Kawasaki Versys 1000 oder auch der Ducati Multistrada. Die Neue ist hübsch geworden und Aprilia hat alles reingepackt was heute sinnvoll und machbar ist. Abschaltbares ABS, abschaltbare dreistufige Traktionskontrolle, elektronisch einstellbare Federvorspannung hinten, Tempomat, Ride by Wire, Aprilia Dynamic Damping (ein Semi-aktives Fahrwerk!), elektrisch verstellbare Frontscheibe. Dazu gibts einen 24 Liter Tank. Falls die Capo normale Trinksitten an den Tag legt reicht das für mehr als 400 km Fahrstrecke.

Der 1197 ccm grosse V2 aus der Dorsoduro, der in der Caponord 128 PS bei 8500 U/min leistet, ist bekanntlich kein Kind von Traurigkeit. Weder bei der Leistung noch bei den Trinksitten. Von 7-10 l Verbrauch auf 100 km war die Rede bei der Dorsoduro 1200. Bei normal zügiger Fahrweise auf Landstrassen wohlverstanden und nicht auf der Rennstrecke. Das wurde nicht nur regelmässig in Tests bemängelt sondern auch in Foren von Dorsoduro Besitzern so bestätigt. Das hat Aprilia seit erscheinen der grossen Dorsoduro im Jahre 2011 nicht in den Griff bekommen. Ich hoffe schwer, dass die Caponord 1200 diese rüden Trinksitten der Dorsoduro nicht übernommen hat. Die Reiseendurokundschaft würde das anders als die Supermotokundschaft kaum goutieren. Ich bin sehr gespannt. Auch wenn das jetzt sehr negativ tönt und viele sagen werden: „Ach ist mir doch egal. Das Hobby ist mir das wert. Das Motorrad darf saufen soviel es will.“ Ich bin da anderer Meinung. Solche extremen Verbräuche bei normaler Fahrt auf der Landstrasse sind heutzutage inakzeptabel. Die Mitbewerber können es schliesslich allesamt auch besser und das ohne Spassverlust. Sogar KTM. Und gerade bei den Reiseenduros bzw. „Adventure Bikes“ ist die Konkurrenz hammerhart. Das weiss auch Aprilia. Ich bin sicher dass sie ihre Hausaufgaben gemacht haben. Erste Tests werden darüber sicher bald Aufschluss geben.
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Fotos: Aprilia


Video: Youtube/ApriliaOfficial

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