Kurzfahrbericht Husqvarna NUDA 900 R

Letzte Woche war wieder mal ein Reifenwechsel an meiner BMW fällig. Dazu fahre ich jeweils zu meinem Händler, der neben BMW auch Yamaha verkauft. Aber was stand den heute vor der Werkstatt? Eine brandneue Husqvarna 900 R! Meine Nachfrage ob sie denn nun Husqvarna auch im Sortiment hätten wurde bestätigt. Ja die neuen Husqvarnas mit BMW Technik (NUDA und TR 650) würden sie nun auch verkaufen. Das sei eine gute Ergänzung des Sortiments. Ob ich denn mal fahren wolle? Was für eine Frage. 5 Minuten später war meine R in der Werkstatt zum Reifen wechseln und ich sass auf der NUDA. So lässt sich die Wartezeit doch prima überbrücken.

Die Sitzhöhe der NUDA ist zwar mit 870 mm für meine kurzen Beine recht hoch aber dank der schmalen Sitzbank, erreiche ich mit den Füssen trotzdem recht gut den Boden.  Die NUDA ist ja bekanntlich mit dem überarbeiteten Motor der BMW F 800 R ausgerüstet. BMW hat aus dem Paralleltwin (Kolben bewegen sich gleichzeitig auf und ab) durch einen Hubzapfenversatz an der Kurbelwelle einen normalen Twin gemacht der die Charakteristik eines V2 haben soll. Und der Hubraum wurde um 100 ccm auf 900 ccm erweitert. Die BMW F 800 R fuhr ich selber über 20000 km. Deshalb kenne ich den drögen Motorsound zur Genüge. Ums kurz zu machen. Den blechernen hellen Scheppersound einer F 800 R finden die wenigsten attraktiv. Wie tönt wohl die NUDA? Der Druck auf den Anlasserknopf erweckt den modifizierten F 800 Motor zum Leben. Was ist denn das? Das Ding tönt ja wirklich wie ein V2 und brabbelt grimmig vor sich hin. Auch beim Endschalldämpfer hat Husqvarna ganze Arbeit geleistet. Ein schöner dumpfer Bollersound entweicht dem mit Carbon verkleideten Endstück. Unglaublich wie die NUDA so die Homologation geschafft hat. Die Lenkerarmaturen hat Husqvarna eindeutig nicht von BMW übernommen. Sie erinnern mich eher an mein alte BMW G 650 XCountry die von Aprilia hergestellt wurde und wohl auch italienische Armaturen verpasst bekam. Das Cockpit ist spartanisch aber immerhin gibts eine Ganganzeige.

Die Sitzposition ist typisch für solche Motorräder nahe am Lenker. Der Lenker ist breit und sehr gerade. Für meinen Geschmack zu wenig gekröpft aber vielleicht ist das nur eine  Gewohnheitssache. Die Sitzbank sieht ehrlich gesagt nicht so aus, wie wenn man damit schmerzfrei eine Tagestour überstehen könnte. Aber dafür ist sie wohl auch nicht gemacht. Aber das konnte ich auf meiner etwa 20 minütigen Probefahrt nicht testen. Ich musste mir dann in Erinnerung rufen, dass ich auf einem Motorrad ohne ABS unterwegs bin und habe dementsprechend die Bremsen nicht wirklich gefordert. Wie haben wir das früher bloss gemacht? Hmm? Die NUDA fährt sich angenehm handlich aber das grosse Aha Erlebnis blieb bei mir ehrlich gesagt aus. Die knapp 200 kg merkt man auf jeden Fall. Die NUDA ist kein ultraleichter Kurvenflitzer. Vermutlich müsste man aber einfach eine deutlich längere Probefahrt machen um das noch besser beurteilen zu können. Am meisten Spass hatte ich an diesem wirklich erstaunlichen V2 Sound. Das hätte man einem BMW Motor wirklich niemals zugetraut. Ob BMW diesen Motor jemals in einer F 900 R bringen wird? Ich glaube kaum.

Bilder: Töffblog.ch

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