Weiterbildung muss sein

Ich gebs ja zu dass ich im Motorradbereich ein Weiterbildungsmuffel bin. Den A1 Schein habe ich mit 18 ja bereits im Dezember 1987 gemacht und den „grossen“ A Schein knapp drei Jahre später im Mai 1990 (ja,ja damals musste man zwigend zwei Jahre 125er fahren). Natürlich habe ich damals, zwecks besserer Chancen bei der Prüfung, vorher die damals noch nicht obligatorischen Motorradkurse besucht. Und nachher? Da bin ich halt einfach gefahren und habe mich nicht um irgendwelche Kurse gekümmert. Ich weiss gar nicht ob und was es damals in Sachen Kursen gab. Erst vor zwei Jahren habe ich dann bei Peter Studer den Schräglagenkurs und auch das Kurvenintensivtraining absolviert. Das war wohl auch bitter nötig. Sachen wie „Blicktechnik“ waren mir ja nicht mehr wirklich präsent. Beide Kurse sind übrigens sehr zu empfehlen.

Dass der TCS auch Motorradkurse anbietet wusste ich eigentlich auch. Obwohl ich seit mehr als 20 Jahren Mitglied bin, kam ich allerdings bis jetzt nicht auf die Idee einen solchen Kurs zu besuchen. Wieso weiss ich selber nicht. Wie lange es diese Kurse schon gibt weiss ich allerdings auch nicht. Egal… ich wurde vor einigen Monaten von einer Kollegin gefragt, ob ich Lust hätte im brandneuen Verkehrssicherheitszentrum Derendingen (Eröffnung im Juni 2012!) mit ihr den „Moto Basis Premium TCS“ Kurs zu besuchen. Na klar wieso nicht. Vor zwei Wochen gings dann also los. Um 9 Uhr traf man sich im gut eingerichteten Theorieraum. Der Instruktor, Rainer Knoblauch, stellte sich vor und jeder der Teilnehmer natürlich ebenfalls. Alters- und erfahrungsmässig waren die Teilnehmer bunt gemischt. Da gabs vom jungen 34 PS Pilot über die 50 jährige Neueinsteigerin mit L am Töff bis hin zu Leuten die seit mehr als 30 Jahren fahren alles. Die Teilnehmerzahl betrug zehn Personen und so blieb das auch recht überschaubar.

Mit einer Theorielektion fing dann der eigentliche Kurs an. Die Kreiselkräfte wurden uns sehr anschaulich erklärt. Danach gings dann auf das Areal des VSZ. Da gings dann ans Acht fahren, Slalom fahren und einem kleinen Kurvenparcours.

Nach dem Mittagessen wurde das richtige Bremsen geübt. Und das  nicht nur mit langsamen Tempi wie an der Fahrprüfung, sondern mit bis zu 120km/h. Das kann man ja auf öffentlichen Strassen schlecht üben. Das war dann sehr aufschlussreich zu sehen wie sich der  Bremsweg verlängert, wenn man mit 120 km/h angerauscht kommt. Ganz ehrlich hätte ich das ohne ABS nicht üben wollen.

Auf dem Areal gibt es auch eine Kreisbahn auf welcher Schräglagen geübt werden können. Dass ich vor Schräglagen keine Angst habe wusste ich ja bereits spätestens seit dem Schräglagentraining bei Peter Studer. Immer mal wieder üben schadet aber nichts.

Zuletzt durfte man dann beim freien Fahren selbständig alles nochmal üben. Dann auch mal mit etwas höheren Tempi. Ausser beim freien Fahren am Schluss waren allfällige Schäden am Motorrad den ganzen Kurs durch eine Vollkasko Versicherung gedeckt, die im Kursgeld inbegriffen war. Der Preis des Kurses war dank dem Zuschuss des Verkehrssicherheitsfonds (CHF 200.– bis 30.6.12 und nachher CHF 100.–) und der TCS Mitgliedschaft (CHF 40.–) schlussendlich sehr niedrig. Nur 160 Fr. musste ich dafür zahlen. Das war es allemal wert. Ich kann diesen Kurs jedem Motorradfahrer/in empfehlen. Der Aufbau ist mit Theorie- und Praxis abwechslungsreich und der Instruktor war sehr kompetent. Nächstes Jahr werde ich wohl den Fortsetzungskurs besuchen bei dem unter anderem auch das  Ausweichen vor Hindernissen geübt wird.
> Diskussion bei Töff-Talk.ch

2 Gedanken zu “Weiterbildung muss sein

  1. Ich war letzten Montag am gleichen Kurs im VSZ Betzholz in Hinwil. Und es hat den ganzen Tag nur ein einziges Mal geregnet. Am Morgen habe ich den Instruktor noch gefragt, ob’s bei dem Wetter ein Alternativprogramm gebe. Da hat er mich nur vielsagend angeschaut.
    Am Abend war ich dann aber froh, dass es den ganzen Tag geregnet hat. Bei gutem Wetter und trockenen Strassenverhältnissen kenne ich mein Motorrad relativ gut. Und wenn’s regnet schalte ich auf „Sicherheitsmodus“ und gehe alles sehr viel vorsichtiger an.
    So hatte ich im Betzholz nun zum ersten Mal die Gelegenheit im Regen zu üben. Und bei der letzen Uebung habe ich mit Tempo 110 eine Notbremsung hart am Limit zur Radblockade hingelegt (mein Möppi hat kein ABS). Unglaublich was die Reifen auch noch im Nassen liefern.
    So gesehen war ich am Ende des Tages ganz froh, dass es geregnet hat, da bei mir der Lernerfolg um einiges höher ausgefallen ist.

    • Bei uns war das Wetter ja sehr warm was nicht wirklich angenehm war. Besonders als man warten musste bis man mit bremsen an der Reihe war. So schmorte man im eigenen Saft. Ich hätte doch etwas leichtere Klamotten wählen sollen. Ich habe damals den Schräglagenkurs im Regen gemacht und war im Nachhinein auch froh darum auch wenns unangenehm war. Der Lerneffekt ist bei Regen sicher höher. Die heutigen Reifen funktionieren tatsächlich auch auf nasser Strasse sehr gut.

Schreibe einen Kommentar