Kurzfahrbericht Yamaha XJ6 N

Als erstes möchte ich festhalten, dass dieser, wie auch alle anderen Fahrberichte von mir, nur meine eigene Meinung wiedergeben. Ich werde von niemandem gesponsert und kann somit gnadenlos ehrliche Berichte schreiben. Das hat doch grosse Vorteile wie ich finde.

Letzten Donnerstag gab ich meine R 1200 R bei meinem Händler zum 10’000er Service ab. Als Ersatzmotorrad durfte ich eine Yamaha XJ6 N mitnehmen. Die XJ6 N war mir nicht unbekannt, da ich sie schon letztes Jahr mal ausgiebig durchs Luzerner Hinterland gescheucht hatte. Damals kam ich zum Schluss dass es wohl kaum ein einfacher zu fahrendes Motorrad als dieses gäbe. Diesmal musste eine kürzere Fahrt über den Glaubenberg reichen. Der letztjährige Eindruck hat sich absolut bestätigt. Die XJ6 N ist ein extrem handliches und einfach zu fahrendes Motorrad. Die Leistung des  flüssigkeitsgekühlten Vierzylindermotors mit 600 ccm reicht auch für zügigere Überholvorhänge aus. 78 PS  liegen bei 10’000 U/min an der Kurbelwelle an. Wer sich wie ich drehmomentstarke Zweizylindermotoren gewöhnt ist, muss sich etwas umgewöhnen. Für Anfänger halte ich jedoch einen Reihenvierzylinder für deutlich geeigneter. Nachdem ich die wirklich sehr geringe Schräglagenfreiheit des grösseren Bruders der XJ6 N, der FZ8, an dieser Stelle heftig kritisiert hatte, muss ich sagen dass die XJ6 N so rein subjektiv etwas später als die FZ8 mit den Fussrasten aufsetzt. Ich kann mich natürlich irren.

Bei der Ausstattung der XJ6 bekleckert sich Yamaha, wie schon bei der FZ8, nicht gerade mit Ruhm. Da waren Buchhalter mit dem Rotstift und keine Techniker am Werk. Aber wenn man den günstigen Preis (CHF 8’590.– ohne und CHF 9’260.– mit ABS) betrachtet muss man das wohl so akzeptieren. Bei der FZ8 hatte ich dafür deutlich weniger Verständnis. Auch bei der XJ6 N verbaut Yamaha billigste Blechstanzteile als Brems- und Schalthebel. Stahlflexbremsschläuche sind natürlich auch Fehlanzeige. Der Auspuff ist hässlich wie die Nacht aber dank Underbody Bauweise kaum sichtbar. Der Lenker ist ein einfaches 22mm Exemplar und nicht konifiziert. Die Schwinge wurde als einfache Kastenschwinge realisiert. Das spart Kosten. Weshalb der Schweizer Importeur Hostettler in Sursee aber immer noch eine ABS lose Version im Programm hat, erschliesst sich mir  nicht ganz. Vermutlich müssen die vor einigen Jahren eingekauften Lagerbestände abgebaut werden. Yamaha ist spät dran im ABS Lager. Mir fehlt auch die Ganganzeige im Display.

Fazit: Die XJ6 N ABS ist ein perfektes Motorrad für den Einstieg ins Motorradhobby. Aber vermutlich hat man nach spätestens zwei Jahren das Verlangen nach einem leistungsfähigeren Motorrad.

Fotos: Töffblog.ch

 

 

4 Gedanken zu “Kurzfahrbericht Yamaha XJ6 N

  1. Hatte die XJ6 während des letzten Service meiner Suzuki GSF 650 als Ersatztöff.

    Ich war vom Durchzug (im Vergleich zu meiner) negativ überrascht. Sie braucht gefühlt recht hohe Drehzahlen und erscheint dadurch um einiges leistungsschwächer als meine. Dadurch kann ich deinem Fazit auch beipflichten, dass sie vllt. als Einstiegstöff gut geeignet ist aber man sehr wahrscheinlich bald die Lust auf „mehr“ verspürt.

    Zum Auspuff, optisch ist er mir nicht negativ aufgefallen (wie auch man sieht ja sogut wie gar nichts:) ), dafür hat mir der Sound garnicht zugesagt. Klingt viel zu zahm, dafür wir es den Nachbarn und allen anderen (Töff-)Lärmgeplagten bestimmt zusagen.

    • Ich habe halt keine Vergleich zu anderen 600ern. Ich fuhr nur mal die FZ6. Ich mag ja generell schon seit Jahrzehnten eher die grossvolumigen, drehmomentstarken Motoren. Deshalb ist mir jeder 600er zu wenig drehmomentstark und eine Drehorgel. Aber das darf ich so nicht schreiben weil das halt Geschmackssache ist.
      Ja der Auspuff ist fast nicht sichtbar. Nur wenn man etwas genauer hinschaut sieht man das grässliche Teil. Der Sound ist uninteressant aber sozialkompatibel was heute ja auch noch wichtig ist. Ein Vernunftsmotorrad halt zum günstigen Preis.

  2. Als Einsteiger oder für die die es etwas ruhiger und entspannter möchten ist diese Maschine eine echte Alternative. Ich habe auch eine, die meiner anderen zwar nicht das Wasser in Punkto Leistung abringen kann, dafür aber günstig in der Anschaffung und Unterhalt ist.
    Ich fahre mit ihr genau so gern wie mit meiner anderen!!! Vom Style ist es doch durchaus eine gelungene Mischung. Es gibt in dieser Klasse zwar Leistungsstärkere Maschinen die aber auch deutlich mehr kosten oder grauenhaft anzuschauen sind.

  3. Hallo
    ich Kaufte bereits zum 2 mal eine YJ6 ich kann nur sagen gut und Günstiger Töff für was eine Grosshub Maschiene wenn man das Bussenkatolg anschaut! Hatte nie irgendeine Panne oder Aussetzter das ist was zählt.

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