Kurzer Fahrbericht der BMW K 1600 GT

BMW Motorrad Schweiz organisiert als verkaufsfördernde Massnahme jedes Jahr in der ganzen Schweiz die sogenannten Roadshows. Durchgeführt werden sie jeweils von lokalen Händlern. Seit 2009 bin ich jedes Jahr eine andere BMW probegefahren (man dürfte natürlich auch mehrere Motorräder probefahren). 2011 hatte die Probefahrt mit der R 1200 R bekanntlich Folgen. Einige Monate später stand so ein Ding in meiner Garage. Bereits früher bin ich K 1300 R, S 1000 RR und R 1200 GS gefahren. Die F 800 GS fuhr ich bei meinem Händler mal. Die F 800 R besass ich selber schon. Na was hat BMW dieses Jahr interessantes zu bieten? Die K 1600 GT! Wer mich kennt weiss dass ich mir nie ein solches Schiff mit soviel Plastik und Firlefanz kaufen würde. Aber da ich sehr viel gelesen habe über die letztes Jahre neu erschienene K 1600 GT und ihren Zwilling die GTL, wollte ich doch mal probefahren um mir selber ein Bild zu machen. Kurz nach 10 Uhr war der Andrang an der Roadshow in Wolhusen, die von meinem Händler Motos Knüsel aus Ebnet durchgeführt wird, noch nicht so gross. Kurz die Formalitäten erledigt. Führerschein da lassen und Daten angeben. Dann erklärte mir der Mitarbeiter das Elektronikgedöhns der K. Das Menü des Bordcomputers wird mittels Scrollrad am linken Griff bedient. Kennt man von Kameras und anderen Elektronikgeräten. Ein Radio ist ebenfalls vorhanden. Allerdings bin ich noch immer nicht draufgekommen für was man auf einem Motorrad ein Radio benötigt. Die Musik sollte doch von unten kommen. Der Motor kann in drei Modi geschaltet werden: Rain, Road und Dynamic. ESA ist selbstredend auch an Bord. Auf einer so kurzen Probefahrt kann man die Features eines solchen Motorrades aber eh nicht alle testen.

Also es geht los. Schlüssel drehen und den Reihensechszylinder mit 1649 ccm, 118 kW (160 PS) und 175 NM Drehmoment starten. Hmmm ich hatte ich da nicht mal was von faszinierendem Sechszylindersound gelesen? Tönt für mich wie jeder andere Reihenmotor mit weniger Zylindern auch. Nämlich langweilig. Die Sitzposition ist sehr bequem. Man lümmelt sich aufrecht in den bequemen Sitz. Der Lenker hat für mich genau die richtige Position. Mit den Füssen komme ich gut auf den Boden. Das losfahren ist unspektakulär. Mir schien dass das Getriebe sehr kurz übersetzt ist. Ich hatte im Nu in den 6. Gang hochgeschaltet. Die folgende kurvenreiche Strecke nach Doppleschwand war ein Genuss. Die 332 kg (laut BMW Webseite) merkt man beim fahren definitiv nicht. Die K 1600 GT lässt sich kinderleicht fahren und ist sehr handlich. Man kommt schnell in Versuchung es etwas sportlicher angehen zu lassen. Die Windschutzscheibe produzierte einige Verwirbelungen aber lässt sich wohl noch etwas verstellen. In einer engen Linkskurve schlief bereits die Raste. Also die Schräglagenfreiheit ist sicher nicht mit einer Sportmaschine zu vergleichen…. Auf dem Rückweg habe ich getestet ob man mit 50 km/h bereits den sechsten Gang benutzen kann. Man kann! Die K 1600 macht alles mit und der Motor dreht ruckfrei auch mit 1500 U/min wieder hoch. Beim Gaswegnehmen ist mir aufgefallen dass der Antriebsstrang wohl deutliches Spiel aufweist. Bei meiner R 1200 R die ja auch mit Kardan ausgerüstet ist, wäre mir das jedenfalls noch nie so aufgefallen.

Fazit: Ich hätte es nicht für möglich gehalten aber man kann tatsächlich mit so einem Schiff grossen Spass haben. Für lange Urlaubsreisen mit Anfahrt auf der Dosenbahn gibts wohl kaum etwas bequemeres. Vielleicht kaufe ich sowas mal in 20 Jahren, sofern es dann noch Motorräder mit Verbrennungsmotor geben sollte…. Ich bin gespannt ob BMW bald die Option Doppelkupplungsgetriebe anbietet wie das Honda bereits tut. Im Autobereich gibts das auch bei BMW bereits seit Jahren. Wer skeptisch ist soll ruhig eine Probefahrt machen. Die Roadshows finden auch morgen noch statt (z.b. in Gunzwil bei der Chommle und in Wolhusen beim Rest. Bad).

Fotos gibts leider keine sorry. > Diskussion bei Töff-Talk.ch

Schreibe einen Kommentar