EICMA 2011: Review der wichtigsten Neuheiten

Die EICMA 2011 in Mailand ist gestern zu Ende gegangen. Fassen wir doch mal zusammen was die verschiedenen Hersteller so alles vorgestellt haben. Die herausragenden Neuheiten waren meiner Meinung nach etwas knapp. Für mich war die Sensation ganz klar die Ducati 1199 Panigale. Einige Konkurrenten dürften sich deswegen immer noch im Schockzustand befinden ;). Sie kriegt von mir auch den Award für das schönste Motorrad der diesjährigen EICMA. Und das hässlichste? Tja sorry Kawasaki… die Versys 1000 ist ganz bestimmt ein sehr gutes Motorrad. Und sie wird sich auch ganz bestimmt auf langen Strecken bewähren. Aber schön wäre anders! Jedenfalls meiner unbedeutenden Meinung nach.

Bei der Wahl zum „Most beautiful Bike of the Show“ gewann übrigens, wen wunderts, die Ducati Panigale. Auf dem zweiten Platz liegt ebenso wenig überraschend die MV Agusta F3. Höchstens der dritte Platz ist etwas überraschend. Den holte sich nämlich die Husqvarna NUDA 900 R mit ihrem doch eher polarisierenden Design. Die ersten drei Plätze wurden also allesamt von italienischen Motorrädern belegt. Auch nicht wirklich eine Überraschung und absolut verdient. Ja auch Husqvarna ist eine italienische Marke. Nur der Name ist schwedisch und das Geld kommt von BMW aus Deutschland.

Hier wäre also die Liste der wichtigsten Neuheiten ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Aprilia: neuer  Grossroller SRV 850 – Und sonst? Nichts? Keine Tuono V4R mit ABS und auch keine RSV4 mit ABS? Keine überarbeitete Dorsoduro 1200 mit akzeptablem Durst? Schwach.

BMW: G 650 GS Sertao, Roller C 650 GT und C 600 Sport, neue F 800 R, die drei Sondermodelle –  Für Motorradfahrer etwas weniger interessante Neuheiten als die letzten Jahre. Aber es geht immer was. Eine nackte S 1000 RR hätte ich gerne gesehen.

Ducati: 1199 Panigale, Streetfighter 848 – Ducati hat mit der Panigale die Konkurrenz geschockt. Ein unglaubliches Motorrad! Insbesondere die Japaner dürften daran schwer zu  beissen haben.

Honda: Crosstourer und die  neue Mittelklasse mit Integra, NC 700 S und NC 700 X – Die innovativste japanische Marke! Chapeau! Insbesondere das Doppelkupplungsgetriebe ist im Motorradbereich einzigartig.

Husqvarna: NUDA 900 und NUDA 900 R–  Da bin ich ebenfalls auf den Markstart und auf den Schweizer Preis gespannt. In Deutschland kostet die NUDA 900 R (ohne ABS) einen Hunderter mehr als die KTM 990 SM R mit ABS und sonst ebenso hochwertiger Ausstattung und mehr Leistung. Das wird so nicht funktionieren Husqvarna! Sorry.

Kawasaki: Versys 1000 – Der neue Allrounder hat zweifellos einige Qualitäten und sogar das Zeug zu einem Verkaufshit. Ansprüche ans Design darf man aber nicht haben. ER6-N und ER6-F neu überarbeitet, ZZR1400 überarbeitet. Neben Honda der einzige japanische Hersteller der noch nicht im Dämmerschlaf liegt.

KTM: 690 Duke, 200 Duke, Freeride 350 und das Elektromotorrad Freeride E, 690 SMC R, 450 SMR, Superduke R 990, 990 SM R–  Ein Feuerwerk an Neuheiten und modellgepflegen Motorrädern. Chapeau!

Moto Guzzi:  überarbeitete V7 –  Schönes Retromotorrad, sonst leider nichts Neues.

MV Agusta: Brutale 675, F3 675 – Wunderschöne Motorräder wie man sich das von MV Agusta gewöhnt ist. Leider beide ohne ABS. Wie lange noch?

Suzuki: GSX-R 1000 überarbeitet –  Suzuki scheint wie Yamaha im Dämmerschlaf zu liegen. Innovation gleich Null.

Triumph: Tiger Explorer 1200, Speed Triple R, Bonneville T 100 Steve McQueen Edition, Tiger 1050 überarbeitet – Schöne Motorräder und immer mal was Neues. Erfüllt.

Yamaha: YZR-R1 mit Traktionskontrolle, Mattgraue Lackierung einiger beliebter Modelle, neue WR450F – Und sonst? Nix, niente, nada. Die scheinen ebenso im Dämmerschlaf zu liegen wie Suzuki.

Foto: Ducati

5 Gedanken zu “EICMA 2011: Review der wichtigsten Neuheiten

  1. Yep, Schönheitspreis für die Duc, das würde ich auch unterschreiben. Bei den hässlichen Motorrädern? Keine Ahnung, beschäftige mich lieber mit den schönen. Wobei, da kommt mir in den Sinn, dass ich zuhause ja sowas unförmig Oranschiges stehen habe… 😉

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