EICMA 2011: Honda Integra – Der Motorradroller…

…oder Rollermotorrad. Roller haben bekanntlich gewisse Vorteile gegenüber Motorrädern. Sie bieten unter anderem einen sehr viel besseren Wetterschutz als diese. Meist ist der Hinterradantrieb wartungsfrei mit einer Triebsatzschwinge realisiert. Zudem ist der freie Durchstieg ganz praktisch beim aufsteigen oder beim transportieren von Getränkekisten (nein das habe ich selber noch nicht ausprobiert). Auch praktische Staufächer für Helme oder Einkäufe sind vorhanden. Motorräder bieten dafür meist Fahrspass. Honda will nun beim neuen Grossroller Integra den Fahrspass eines Motorrads mit den Vorteilen eines Rollers verbinden. Auf der Strecke blieb da leider der wartungsfreie Hinterradantrieb. Honda hat beim Integra nämlich eine ganz normale Kette verbaut die bekanntlich regelmässig geschmiert werden muss. Eine Triebsatzschwinge ist bei so einem grossen Motor natürlich nicht möglich aber ein Zahnriemen wäre nett gewesen. Ausserdem gibts auch keinen freien Durchstieg.

Angetrieben wird der neue Grossroller vom bereits hier vorgestellten brandneuen und sparsamen Zweizylindermotor mit 670 ccm Hubraum und 52 PS bei 6250 U/Min. Der Durchschnittsverbrauch soll bei 3,7 l/100km liegen. Das ist keineswegs ein sensationeller Wert und wird auch von anderen Roller und Motorrädern erreicht oder gar unterboten (Z.b. BMW F 650 GS Twin und G 650 GS). Durch die 270 Grad Kröpfung der Kurbelwelle und eine versetzte Zündfolge wird der Reihenmotor quasi zum  V-Twin. Das Doppelkupplungsgetriebe, das ja bereits aus der VFR 1200 FA bekannt ist, wurde weiterentwickelt und mit einer Lernfunktion ausgestattet. Diese passt die Schaltvorgänge dem Fahrstil des Fahrers an. Alternativ kann auch über Drucktasten am Lenker geschaltet werden. Die Automatik kennt zwei Betriebsmodi: S wie sportlich und D für normal. Gebremst wird mit dem Honda typischen Combined-ABS-System.

Auch die Räder sind so gross wie bei einem Motorrad nämlich 17 Zoll. Gut für die Fahrstabilität. Der wiederum rollertypische Stauraum unter der Sitzbank fasst 15 Liter. Ein Handschuhfach für Kleinkram in der vorderen Verschalung ist ebenfalls vorhanden. Eine Bordsteckdose gibts übrigens auch. Praktisch um das Handy zu laden oder schnell ein Navi anzustecken.

Honda gibt Wartungsintervalle von 12’000 km vor, was einen sehr wirtschaftlichen Betrieb verspricht. Absolut untypisch für einen Roller werden im Zubehörprogramm unter anderem auch Seitenkoffer angeboten. Neben dem Fahrspass wird sicher auch der Preis in absolut motorradtypischen Regionen angesiedelt sein.

Fotos: Auto-Medienportal.net/Honda

4 Gedanken zu “EICMA 2011: Honda Integra – Der Motorradroller…

  1. Hmm, weder Fisch noch Vogel… Frag mich echt, was die für eine Zielgruppe im Auge haben. Mein Motorrad braucht tatsächlich weniger Sprit: durchschnittlich 3.4 l/100 km 🙂

    • Zielgruppe sind vermutlich Leute welche ein Fahrzeug für den Alltag suchen aber auch mal eine Tour fahren wollen. Allerdings wird der Integra wohl gleich viel wie ein Kleinwagen kosten. Oder Leute die Angst vor einem richtigen Motorrad haben…

  2. Dass sind dann wieder die, bei denen man nicht weiss, ob man grüssen soll oder nicht! 😉 Also für mich wäre das nix! Wenn Roller, dann eine alte Vespa!

    • Kannst ja einfach grüssen… ist doch egal. Die meisten wissen ja eh nicht mehr weshalb überhaupt gegrüsst wird ;).

      An meine alte Vespa erinnere mich mit Grausen. Frickelige Handschaltung und das Benzin-Öl Gemisch im Kanister mixen. Brrr… da muss man schon der Typ dazu sein.

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